Eines der dunkelsten und erschütterndsten Kapitel unserer Regionalgeschichte liegt in diesen erhaltenen Verhörprotokollen aus dem 17. Jahrhundert verborgen. Die Akten des lokalen Schöffengerichts dokumentieren detailliert den Prozess gegen drei Frauen aus dem Dorf, die der Hexerei und des Schadenzaubers angeklagt wurden. Auslöser war eine Serie unerklärlicher Viehkrankheiten und ein schwerer Hagelsturm, der die Ernte vernichtete. Die nüchtern verfassten Gerichtsschriften schildern die abstrusen Vorwürfe, die stundenlangen, oft unter Folter (der sogenannten ‘Peinlichen Befragung’) erpressten Geständnisse und schließlich die drakonischen Todesurteile. Besonders bedrückend ist die beigelegte Kostenaufstellung des Scharfrichters für Holz, Seile und seine Dienste. Diese Dokumente zeugen von tiefem Aberglauben, sozialer Denunziation und einer Justiz, die weit entfernt von rechtsstaatlichen Prinzipien agierte. Heute dienen sie als wichtiges Mahnmal gegen Massenhysterie und für die historische Aufarbeitung.