Lange bevor die staatliche Polizei für Sicherheit sorgte, waren lokale Schützengilden in der frühen Neuzeit für den bewaffneten Schutz der Dörfer vor Plünderern und marodierenden Banden verantwortlich. Dieses seltene Dokumentenbündel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts enthält die strengen Verordnungen und das Mitgliederverzeichnis unserer örtlichen Schützengilde. Es regelt genau, wer eine Muskete oder Armbrust führen durfte und wie oft auf dem Schießstand am Waldrand geübt werden musste. Neben dem militärischen Aspekt offenbaren die Schriften auch den starken gesellschaftlichen Stellenwert der Gilde. Die Aufzeichnungen über das jährliche Königsschießen, bei dem der beste Schütze feierlich gekrönt und von Steuern befreit wurde, lesen sich wie Drehbücher für das wichtigste Volksfest des Jahres. Die Gilde bildete den Grundstein für den heutigen, friedlichen Sportschützenverein und ist eine der ältesten nachweisbaren Organisationsformen in der Gemeinde.