Dieses in feinstem Leder gebundene Rechnungsbuch aus dem 17. Jahrhundert liefert uns heute faszinierende und sehr präzise Einblicke in die Baugeschichte unserer markanten Pfarrkirche. Nach dem Einsturz des alten Holzturms beschloss die Kirchengemeinde die Errichtung eines massiven Steinturms, der noch heute das Ortsbild prägt. Der örtliche Pfarrer und der Kirchenpfleger notierten in diesem Folianten akribisch jede einzelne Ausgabe. Von den Tagelöhnen für die Steinmetze und Zimmerleute über die Kosten für das Bauholz aus dem Gemeindewald bis hin zu den Ausgaben für Bier und Brot, mit denen die Handwerker nach getaner Arbeit entlohnt wurden. Besonders bemerkenswert ist die Eintragung über den teuren Kauf der großen Bronzeglocke, die per Pferdefuhrwerk aus der fernen Stadt transportiert werden musste. Das Buch offenbart, wie sich die gesamte Dorfgemeinschaft über Jahre hinweg finanziell stark einschränkte und hohe Spenden aufbrachte, um dieses monumentale Bauwerk für die Ewigkeit zu errichten.