Nach mehreren verheerenden Scheunenbränden in den 1870er Jahren, bei denen die improvisierten Löschketten der Dorfbewohner an ihre Grenzen stießen, entschlossen sich engagierte Bürger zur Gründung einer organisierten Freiwilligen Feuerwehr. Das hier vorliegende handgeschriebene Gründungsprotokoll dokumentiert akribisch die konstituierende Sitzung im damaligen Gasthaus zur Post. Insgesamt 35 wehrfähige Männer trugen sich am Gründungsabend in die Stammrolle ein und wählten den örtlichen Schmiedemeister zu ihrem ersten Kommandanten. Das Protokollbuch listet zudem die ersten mühsam durch Spenden finanzierten Ausrüstungsgegenstände auf: eiserne Löscheimer, Einreißhaken, Hanfschläuche und eine von Pferden gezogene Handdruckspritze. Die Aufzeichnungen geben einen tiefen Einblick in den starken Zusammenhalt und das immense ehrenamtliche Engagement der damaligen Zeit. Die strengen Statuten sahen empfindliche Geldstrafen für das unentschuldigte Fehlen bei Löschübungen vor, was die hohe Disziplin der frühen Truppe unterstreicht. Ein absolutes Schlüsseldokument unserer lokalen Brandschutzgeschichte.