Während in den späten 1930er und 1940er Jahren das öffentliche Leben zunehmend von Propaganda und Kriegsvorbereitungen diktiert wurde, zeigen diese Unterlagen den unbändigen Willen der Menschen, sich kleine Momente der Freude zu bewahren. Das offizielle Faschingstreiben war von den Machthabern wegen des ‘Ernstes der Zeit’ strengstens untersagt worden. Die versteckten Aufzeichnungen, Skripte von Büttenreden und Fotografien belegen jedoch, dass in den Kellern und geheimen Hinterzimmern der Gasthöfe weiterhin heimlich gefeiert wurde. Die handschriftlichen Gedichte nehmen auf humorvolle, oft versteckt spöttische Weise die strengen Rationierungsmaßnahmen, den allgegenwärtigen Schwarzmarkt und die übertriebene Wichtigtuerei lokaler Parteifunktionäre aufs Korn. Diese Dokumente sind ein wertvoller Beweis für die subversive Kraft des Humors und den passiven Widerstand der dörflichen Gemeinschaft gegen den totalitären Durchgriff des Regimes in den Alltag.