Bevor die Industrialisierung Einzug hielt, war die Wassermühle am Flusslauf das absolute wirtschaftliche Zentrum des Ortes. Die hier archivierten, handgezeichneten Bau- und Konstruktionspläne aus dem 18. Jahrhundert zeigen in bemerkenswerter technischer Präzision das komplexe Innenleben der Anlage. Die großen, auf Leinenpapier gezeichneten Pläne detaillieren die genaue Funktionsweise des oberschlächtigen Wasserrades, die Kraftübertragung auf die massiven Mahlsteine sowie die Konstruktion des Stauwehrs. Beiliegende Dokumente regeln das sogenannte Mühlenrecht, den Wasserzins, den der Müller an die Obrigkeit abführen musste, sowie strenge Verordnungen zur Instandhaltung der Uferböschungen. Für Technik- und Handwerkshistoriker sind diese gut erhaltenen Risse ein wahrer Schatz, da sie das hohe Niveau der damaligen Ingenieurskunst verdeutlichen. Die Mühle selbst fiel im frühen 20. Jahrhundert einem Großbrand zum Opfer, weshalb diese Pläne heute das einzige physische Zeugnis ihrer einstigen Größe darstellen.